
Ein CIS ist eine kompakte Zeilenkamera zum direkten Anbau an die zu inspizierende Vorlage wie aus dem Faxgerät oder dem Dokumentenscanner bekannt. Er besteht in der Regel aus Lesezeile, Optik und Lichtquelle.
Die Zeilenkamera hat einen kleinen Sensor (typisch 10 - 50 mm Länge) mit
kleinen Pixeln (5-20 µm) und eine verkleinernde Optik.
Der Sensor eines CIS ist so breit wie die Vorlage (bis zu 3 m) , die Optik bildet 1:1 ab.
- Einfache Montage, kein großer Abstand erforderlich
- Einfache Justage
- Konstanter Blickwinkel über die gesamte Lesebreite
- Keine Objektivverzerrung
- Deutlich schärfere Abbildung
- bessere Tiefenschärfe
- geringeres Gewicht
- höhere Qualität (Bilder)
- höhere Zeilenrate durch aufwendigere Elektronik (Bilder)
- großer Leseabstand (10 mm statt 0.3 mm) durch aufwendigere Linsen
- Robuste Ausführung (Massives Metallgehäuse)
Mit der eingebauten oder mitgelieferten Lichtquelle, wahlweise über Camera Link oder einen CIS internen Timer.
Die Option "Mehrfachblitzen" unterdrückt Interferenzen weitestgehend
Beim industriellen CIS III kann der Arbeitsabstand derzeit max. 17 mm betragen.
Beim CIS 25 dpi sind bis zu 75 mm möglich.
Je nach Anforderung, Brennweite und Lichtwellenlänge typisch 1-2 mm.
TiVi bietet CIS von 25 dpi (Pixelraster 1.016 mm) bis zu 1200 dpi (Pixelraster 21.15 µm) an.
Diese Frage ist nicht eindeutig zu beantworten, weil es auch sehr stark auf die
verwendeten Algorithmen ankommt. Generell lässt sich aber sagen, dass das kleinste zu erkennende
Objekt mindestens 2-5 Pixel groß sein muss.
Typische Interpolationsaufgaben wie Schwerpunktsbestimmung etc. können aber sehr viel feiner
als der Pixelraster durchgeführt werden.
Für die meisten Anwendungen empfehlen sich quadratische Pixel. Die Zeilenrate
ist dann die Transportgeschwindigkeit dividiert durch die Pixelgröße
Beispiel: Ein 200 dpi Sensor hat eine Pixelgröße von 127 µm. Bei einem Vorschub
von 1m/sec ist die erforderliche Zeilenrate:
1m/sec / 0.000127 m = 8000 Hz = 8 kHz
Der Sensor sollte mit 8 kHz Zeilenrate betrieben werden.
Für flache Strukturen (Druck) reicht eine einseitiges Auflicht aus.
Für räumliche Strukturen (geknitterte Materialien) ist zweiseitiges Auflicht (in Laufrichtung
vor und hinter dem Sensor) erforderlich.
Für durchsichtige bedruckte Materialien ist oft Durchlicht sinnvoll.
Für spezielle Anforderungen (z. B. Sicherheitspapiere) ist oft die Kombination von Auf- und Durchlicht
erforderlich. Vom CIS wird der gemultiplexte Betrieb mit 2 Lichtquellen unterstützt.
Für einfache Schwarz/Weiß-Problem ist rotes Licht meist die beste Lösung.
Unter idealen Bedingungen (Ulbrichtkugel) zeigt eine Zeilenkamera eine PRNU von
typisch 10%.
Unter realen Bedingungen sinkt die Amplitude am Rand des Bildfelds typisch bis auf die Hälfte
ab, bedingt durch das Objektiv und das Lambert'sche Gesetz.
Die PRNU des CIS liegt typisch bei etwa 30%, kann aber mit der internen Korrektur auf 1-2 % reduziert
werden.
Der industrielle CIS arbeitet intern mit 10 Bit Auflösung, nach der Korrektur
werden noch 8 Bit ausgegeben.
In Scannern werden CIS-Elemente mit Auflösungen zwischen 12 und 16 Bit betrieben.
Die Abbildungsschärfe der Zeilenkamera ist meist durch das Objektiv begrenzt, die Blende muss man bei hohen Zeilenraten fast ganz öffnen. Der Schwarz/Weiß Übergang beträgt typisch 3-5 Pixel
Beim CIS beträgt der Übergang typisch 1-2 Pixel.
Die Pixel eines CIS sind genau wie bei einer CCD oder CMOS Kamera in Silizium ausgeführt und zeigen das typische Verhalten mit dem Empfindlichkeitsmaximum im nahen Infrarot.
Die Elemente eines CIS sind aneinandergereihte Chips. An den Stoßstellen
tritt entweder keine Störung auf (25 bis 200 dpi) oder aber der CIS führt bereits eine Interpolation
durch (600 und 1200 dpi)
Die auftretende Verzeichnung ist insgesamt geringer als die Verzeichnung eines Objektivs und einfacher
zu korrigieren (linearer Zusammenhang, kein Polynom erforderlich).
Der CIS ist wesentlich näher am Prüfling als eine Zeilenkamera. Daher
sollte
- eine Schutzvorrichtung verhindern, dass sich Prüflinge aufstauen oder kippen und den Sensor
beschädigen
- Vorkehrungen gegen ESD getroffen werden, vor allem bei Glas und schnell laufenden Kunststoffgeweben
sowie bei allen anderen Materialien, die sich statisch aufladen
- CIS mit interner Lichtquelle fallen - wie alle LED-Beleuchtungen - unter die Laserschutzverordnung,
typisch Schutzklasse III A. Die entsprechenden Vorschriften sind einzuhalten.